[Rezension] Miss Gladys und ihr Astronaut – David M. Barnett

Jul
08
Miss Gladys und ihr Astronaut Book Cover David M. Barnett
Miss Gladys und ihr Astronaut
Ullstein
28.05.2018
416
Calling Major Tom
Wibke Kuhn
Buch!

Klappentext

Die Geschichte einer unglaublichen Freundschaft!
Die gute Miss Gladys kann sich nicht mehr alles merken, aber dieser Telefonanruf ist unvergesslich: Der Astronaut Thomas Major ist am Apparat, gerade auf dem Weg zum Mars. Er hat sich natürlich verwählt und will am liebsten gleich wieder auflegen. Aber Miss Gladys und ihre Enkel brauchen seine Hilfe. Zögerlich und leise fluchend wird der Mann im All zum Helfer in der Not. Tausende von Kilometern entfernt, führt er die drei auf seine ganz eigene Art durch schwere Zeiten, denn Familie Ormerod droht ihr Zuhause zu verlieren. Miss Gladys und ihr Astronaut brauchen einen galaktisch guten Plan …

Meinung
Dieses Buch hat mich zum Lachen und zum Weinen gebracht, manchmal auch beides gleichzeitig. Gladys und ihre Familie, genauso wie den grantigen Tom Major muss man einfach ins Herz schließen. Die Grundidee dieses Romans ist jetzt erstmal nichts Neues: Grantiger Mann, der mit der Welt an sich nicht mehr viel zu tun haben will, lernt Familie in Not kennen. Was es aber besonders macht, ist das Setting. Wir reden hier immerhin von einem Astronauten im Raumschiff auf dem Weg zum Mars! Und alleine schon diese Idee macht das Buch zu etwas ganz Besonderem. Gepaart mit einem trocken-ironischen Schreibstil und wunderbaren Einfällen, ist dieses Buch ein ganz besonderes Lieblingsstück von mir geworden.
Gladys und ihre Enkel James und Ellie haben es nicht leicht. Die Mutter von James und Ellie ist tot, der Vater im Gefängnis und Gladys wird langsam dement.
Das darf aber auf keinen Fall jemand mitbekommen, denn Gladys hat offiziell das Sorgerecht und was passieren würde, würde jemand herausbekommt, wie es um sie steht, will sich niemand ausmalen.
Doch nicht nur das ist das Problem, sondern auch die drohende Obdachlosigkeit, weil die Miete seit langem nicht bezahlt wurde.
Durch einen Zufall lernt Gladys dann Major Tom kennen, der gerade auf dem Weg zum Mars ist und das Schicksal nimmt zum Brüllen komisch und zum Schluchzen traurig seinen Lauf.

Besonders an diesem Buch haben mir die Charaktere gefallen. Ich habe ausnahmslos alle ins Herz geschlossen, weil jeder so liebevoll und individuell beschrieben wurde.
Die Kapitel werden abwechselnd aus den Perspektiven der 4 Protagonisten erzählt. Somit hat man wirklich die Chance, jeden kennenzulernen.
Besonders hat mir Ellie gefallen. Mit ihren 15 Jahren hat sie die Verantwortung für James, für Gladys und sorgt mit 3 Jobs noch dafür, dass Geld nach Hause kommt. Ich finde es großartig, wie sie mit dieser Situation umgeht. Doch was anfangs noch gut klappt, wird mit der Zeit immer schwerer und dieser Konflikt in ihr, der sich immer weiter aufbaut, bis sie irgendwann explodiert, ist einfach nur großartig beschrieben und absolut nachvollziehbar. Ich habe jede Seite mit Ellie mitgelitten und gefiebert.
Trotz seiner ruppigen und sehr unfreundlichen Art habe ich auch Tom direkt ins Herz geschlossen. Menschen findet er doof und lässt das auch jeden wissen. Dabei entstehen besonders am Anfang extrem lustige Situationen. Doch sobald man ihn besser kennenlernt und herausbekommt, wieso er ist, wie er ist, wird er gleich noch liebenswerter. Seine emotionale Entwicklung und die Einsichten, die er gewinnt, sind toll beschrieben.
Doch auch James hat mir gut gefallen. Trotz seiner kindlichen Naivität ist er nicht dumm und weiß sehr wohl, was auf dem Spiel steht. Der Autor hat es sehr gut hinbekommen, jedem Charakter etwas ganz besonderes zu geben und alle absolut glaubwürdig zu beschreiben.

Besonders gut hat mir gefallen, wie letztendlich jeder jedem hilft, ob nun beabsichtigt oder nicht. Tom braucht Gladys, James und Ellie, genauso wie die drei Tom brauchen. Sie sind gegenseitig sowas wie das Licht am Ende des Tunnels und es hat mich zutiefst berührt herauszufinden, ob letztendlich alles gut wird oder ob alles in sich zusammenbricht.

Fazit

Ein wunderbares Buch, das mich mehr als einmal laut auflachen und 2 Seiten später hat schluchzen lassen. Großartig erzählt und unbedingt lesenswert!

Buchwolke

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Leseprobe
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Vielen Dank an den Ullstein-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

 

[Kurzrezension] Die einzige Art, Spaghetti zu essen – Nicole Brausendorf

Jun
25
Die einzige Art, Spaghetti zu essen Book Cover Nicole Brausendorf
Die einzige Art, Spaghetti zu essen
Ullstein
12.08.2016
480
Netflix

Klappentext

Als die siebzehnjährige Liv mit ihrer Mutter in eine Kleinstadt an der Elbe zieht und eigentlich nichts als Einöde erwartet, kommt alles Schlag auf Schlag: Ihre neue Freundin Nessie wird ungewollt schwanger, und der Bad Boy Felix verliebt sich Hals über Kopf in sie. Er kutschiert sie mit seinem Motorrad, wohin sie will, tut alles, um ihr zu gefallen. Doch da gibt es noch jemanden: Leo ist Keyborder einer Coverband, und seit dem ersten Live-Auftritt der Jungs will Liv nur noch in seiner Nähe sein. Leo kann nicht glauben, dass Liv ihn wirklich liebt; er ist blind. Die Anziehung zwischen den beiden ist stark, aber die Widerstände gegen ihre Liebe sind groß …

Meinung

Leider konnte mich das Buch nicht ganz überzeugen. Prinzipiell hat es mir gut gefallen und besonders die Anziehung zwischen Liv und Leo ist extrem gut spürbar. Man merkt, wie bei den Beiden die Funken sprühen und dass sie sich wirklich gesucht und gefunden haben, auch wenn mir die Entwicklung der Liebesbeziehung zwischen den Beiden zu schnell geht. Leo war mir auch von allen Charakteren am sympatischsten. Überhaupt nicht warm geworden bin ich allerdings mit Felix. Was der in dem Ganzen sollte, habe ich nicht verstanden. Zwischen ihm und Liv gibt es keinerlei Anziehung. Da passiert nichts. deshalb verstehe ich nicht, warum Felix überhaupt in die Geschichte gebracht wurde. Er wirkt wie ein Störfaktor, der nur Mittel zum Zweck ist, damit Konflikte in dem Liv-Leo-Felix-Dreieck entstehen können und das finde ich sehr schade. Wäre hier die Beziehung zwischen Felix und Liv besser von der Autorin ausgearbeitet worden, hätte sich das Ganze auch mehr und “harmonischer” in die Geschichte eingebunden.
Weiterhin haben mir leider auch die Dialoge nicht so gut gefallen. Einige waren schon sehr eigentümlich. So würde, meiner Meinung nach, niemand in dem Alter reden. Es wirkte sehr konstruiert und teilweise viel zu hochgestochen und pathetisch.

Lieblingszitat

Endlich brachte ich ein piepsiges “Hi” über die Lippen, nachdem ich mich an einer großen Flasche Neid sattgetrunken hatte.
Seite 22 (laut E-Reader)

Fazit

Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen. Die Geschichte zwischen Liv und Leo hat mir gut gefallen, der Rest drumherum leider nicht.

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Vielen Dank an den Ullstein-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.