[Kurzrezension] Wenn Du diesen Brief findest… – Hannah Brencher

Jun
26
Wenn Du diesen Brief findest... Book Cover Hannah Brencher
Wenn Du diesen Brief findest...
Allegria
22.09.2016
368
If You Find This Letter
Carina Tessari
Buch

Klappentext

Voller Enthusiasmus zog Hannah Brencher mit Anfang 20 nach New York. Schnell fand sie sich jedoch inmitten einer unpersönlichen Welt von gestressten Menschen wieder. Aus einem Impuls heraus begann Hannah, Briefe an Fremde zu schreiben. Adressiert mit »Wenn du diesen Brief findest – dann ist er für dich«, ließ sie sie überall in der Stadt und an öffentlichen Orten zurück. Als Hannah schließlich auf ihrem Blog anbot, handgeschriebene Nachrichten zu verschicken, nahm ihr Projekt eine ganz andere Dimension an. Über Nacht explodierte ihr Postfach förmlich mit Anfragen aus aller Welt.

Hannah Brencher hat eine innovative und doch einfache Methode gefunden, die Themen Miteinander und Sinn des Lebens ganz neu und erfolgreich aufzugreifen. Sie inspiriert mit ihrer Geschichte alle, die mehr Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe in ihr Leben bringen wollen.

Meinung

Von moreloveletters.com hatte ich schon gehört und war dementsprechend neugierig, als ich hörte, dass dieses Buch heraus kommt. Der Schreibstil hat mir dabei sehr gut gefallen. Das Buch liest sich schnell und besonders die alltäglichen Begebenheiten wurden von Hannah Brencher lebendig und überzeugend beschrieben. Die Entstehung ihrer Schreibleidenschaft war dabei auch spannend. Schon ihre Mutter hat mit den Liebesbriefen angefangen. Später schickte sie sich dann mit ihrer Freundin Celia Tagebücher hin und her und so entwickelte es sich langsam. Diese ganze Entstehungsgeschichte hat mir gut gefallen, doch letztendlich ging es zu 3/4 in dem Buch nur über die Autorin selbst und leider kaum um die Briefe. Ich hätte mir zum Beispiel mehr an konkreten Briefen gewünscht. Denn gerade das finde ich spannend. Was schreiben die Menschen, was bewegt sie? Leider waren im Buch nur wenige Beispiele zu finden. Es wirkte mehr wie eine Lobhudelei auf sie selbst als tatsächlich ein Buch über die Briefe, die ja eigentlich im Vordergrund stehen sollten.
Ein weiterer Punkt, der mir nicht zugesagt hat, war die extreme, fast schon fanatische Religiosität. Ich habe absolut kein Problem mit Religiosität in Büchern oder generell, aber seitenweise gab es kein anderes Thema und es war teilweise schon beängstigend, in was für einem Fanatismus das ausartete.

Lieblingszitate
Meine Großmutter hatte den gesamten Sommer über geistig verwirrt in einem Krankenhausbett gesessen. Sie war wie eine Fremde, die sich die Augen eines Menschen geborgt hatte, den ich liebte.
Seite 19 (laut E-Reader)

Im Stillen gab ich ihr ein Versprechen, von dem ich hoffte, es würde aus dem Fenster des in Richtung Süden fahrenden Zuges flattern und sich in ihren Haare verfangen.
Seite 24 (laut E-Reader)

Mir blieb das Lachen im Hals stecken. Ich ließ die letzten Reste seines erschöpften Glucksens auf den Boden aufschlagen.
Seite 36 (laut E-Reader)

Fazit

Ein stellenweise interessantes Buch von dem ich mir aber etwas Anderes erwartet hatte. Leider ging es zu viel um die Autorin als um die Briefe.

Buchwolke

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Vielen Dank an den Allegria-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.