[Kurzrezension] Ich und die Walter Boys – Ali Novak

Jun
25
Ich und die Walter Boys Book Cover Ali Novak
Ich und die Walter Boys
cbj
08.08.2016
448
My Life with the Walter Boys
Michaela Link
Buch!

Klappentext

Jackie hasst unvorhersehbare Ereignisse. Als perfekte Tochter hat sie ihr Leben in New Yorks High Society fest im Griff und sonnt sich in der Aussicht auf eine erfolgreiche Zukunft. Doch dann schlägt das Schicksal zu. Mit einer Lawine unvorhersehbarer Ereignisse: 1. Jackie steht plötzlich alleine da. 2. Sie muss zu ihrer Vormundfamilie, den Walters, nach Colorado ziehen. 3. Die Walters haben nicht nur Pferde, sondern auch zwölf Söhne! Mitten in der Pampa, allein unter Jungs von 6 bis 21, für die Privatsphäre ein Fremdwort ist, lautet Jackies erster Gedanke: Nichts wie weg. Und ihr zweiter: Moment … ein paar der Kerle sehen unfassbar gut aus!

Meinung

Jackie war mir von Anfang an sehr sympatisch. Obwohl sie aus einer komplett anderen Welt (ohne ordinären Jeans, dafür aber mit Privatschule) kommt, ist sie von Anfang an sympatisch. Das mag auch daran liegen, dass es gar nicht anders geht, als mit ihr mitzufühlen. Ihre komplette Familie ist tot und nun muss sie bei einer Freundin ihrer Mutter unterkommen. Wäre vielleicht gar nicht so schlimm, würde sie nicht mitten in der Pampa wohnen und dazu auch noch 12 Söhne haben. Jackie schlägt sich nach anfänglichen Schwierigkeiten aber wunderbar und es machte mir sehr großen Spaß, die ganze Bande zusammen mit ihr kennen zulernen.
Das wurde auch brillant dadurch vereinfacht, dass jeweils auf der Innenseite des Vorder- und Rückcovers eine Übersicht mit allen Jungs zu finden ist. Da werden sie kurz vorgestellt, so dass man auch zwischendurch mal schnell nachsehen kann, wer da eigentlich wer ist.
Dieses fiel mir aber schnell sehr leicht, denn die Autorin hat es geschafft, allen Akteuren in diesem Buch einzigartige Persönlichkeiten zu geben. Und das ist nun wirklich nicht einfach, bei der großen Anzahl an handelnden Personen.
Auch die Beziehungen untereinander hat Ali Novak wunderbar dargestellt. Es war großartig, mitzuerleben, mit wem Jackie sich anfreundet und zwischen wem da dann vielleicht doch Funken fliegen.
Funken sind auch ganz besonders bei den Dialogen geflogen. Die sind herrlich schlagfertig und haben mich oft laut auflachen lassen.

Lieblingszitat

Die weißen Laken über den Möbeln, die sie vor Staub schützen sollten, schienen auch meine Gedanken und Erinnerungen in Schach zu halten.
Seite 11

Fazit

“Ich und die Walter Boys” ist ein wunderbares Sommerbuch und liest sich am Stück weg.

Buchwolke

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Vielen Dank an den cbj-Verlag für das Rezensionsexemplar.
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

 

[Kurzrezension] Winterzauber in New York – Julia K. Stein

Jun
25
Winterzauber in New York Book Cover Julia K. Stein
Winterzauber in New York
impress
01.12.2016
278
Buch!

Klappentext

**Die Eisprinzessin und der Sonnyboy**
Das ganze Semester über hat sich Hannah auf diesen Moment gefreut: Endlich kann sie das amerikanische College verlassen und mit ihrer Familie in Deutschland Weihnachten feiern. Doch ausgerechnet am 23. Dezember werden in New York wegen eines Schneesturms alle Flüge gestrichen und Hannah sitzt fest – in der angeblich aufregendsten Stadt der Welt, aber leider ohne Geld und ohne Bleibe. Zu allem Übel trifft sie dort auf Kyle, den schlimmsten Womanizer des ganzen Colleges, der das gleiche Problem hat wie sie. Während der Schnee die Stadt allmählich in einen Eispalast verwandelt, wird ihnen klar, dass sie die nächsten Stunden gemeinsam verbringen müssen. Doch so wenig die beiden miteinander anfangen können, so sehr sind sie sich in einer Sache einig: Weihnachten muss gefeiert werden, egal wo man ist…

Meinung

Dieses Buch macht extreme Lust auf New York. Und Schnee. Und New York im Schnee. Schon immer war das für mich etwas magisches… New York im Winter. Und dieses Buch befriedigt so ziemlich alle meine romantischen Fantasien, was ein verschneites New York angeht. Die Geschichte wird abwechselnd aus Hannahs und Kyles Sicht erzählt, die sich am Flughafen treffen, wo sie beide feststellen müssen, dass ihre Flugzeuge, für Hannah nach Deutschland und für Kyle nach Barbados, wegen eines Schneesturms nicht fliegen. Und so kommen die Beiden ins Gespräch und sich somit auch näher. Die Dialoge zwischen den Beiden haben mir großartig gefallen. Sie waren ironisch, sarkastisch, aber auch ernst. Ungekünstelt und natürlich. Es war wunderbar, Hannah und Kyle dabei zu beobachten, wie sie sich fast schon unschuldig annähern. Satz für Satz kommen sie sich näher und man merkt bei Beiden schnell, dass da mehr ist, als sie zugeben wollen.
Lediglich der unvermeidliche Konflikt wirkte etwas konstruiert und schien nur des Konflikts willen da zu sein.

Fazit

Eine zuckersüße Liebesgeschichte, die perfekt in die Weihnachtszeit passt. Ein richtiges Wohlfühlbuch!

Buchwolke

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[Kurzrezension] Paper Swan – Leylah Attar

Jun
25
Paper Swan Book Cover Leylah Attar
Paper Swan
LYX
14.10.2016
392
Paper Swan
Patricia Woitynek
Buch!

Klappentext

Als Skye Sedgewick im stickigen Kofferraum eines fahrenden Autos aufwacht, rechnet sie mit ihrem sicheren Tod. Doch ihr Entführer lässt sie am Leben und verschleppt Skye stattdessen auf ein kleines Boot, wo er sie mehrere Wochen gefangenhält – Wochen voller Hunger, Demütigung, Schmerz und Angst. Auf hoher See und ohne Ziel hat Skye bald alle Hoffnung verloren, dass man sie findet und befreit. Und mit jedem anbrechenden Tag sehnt sie sich mehr nach Erlösung. Sie kann an nichts anderes mehr denken als den Tod – und an Esteban, den wichtigsten Menschen in ihrem Leben. Als Kinder waren sie einst unzertrennlich, bis Esteban von einem Tag auf den anderen einfach aus ihrem Leben verschwand. Skyes größter Wunsch war es, ihn eines Tages wiederzusehen, doch diese Hoffnung stirbt mit jedem Blick in die eiskalten Augen ihres Peinigers. Bis Skye erkennt, dass sie sich in diesen Augen schon einmal verloren und ihr Entführer sie nicht zufällig ausgewählt hat …

Meinung

Zuerst ist mir natürlich das Cover aufgefallen und das ist doch wirklich einfach nur ein Traum! So ein wunderschönes Cover, das perfekt zum Buch passt, sieht man nur selten. Das Buch beginnt gleich mit der Entführung, man ist also augenblicklich mittendrin und lernt Skye und ihren Entführer Damian kennen. Alles wird in einem trockenen und sarkastischen Stil erzählt und wirkt sehr pragmatisch. Dann wird da halt mal ein Stück eines Fingers abgeschnitten und da fließt dann auch mal Blut… Gewalt kommt schon recht häufig in diesem Buch vor, allerdings auf beiden Seiten. Skye kann sich behaupten und lässt sich da auch nicht von irgendwelchen dahergelaufenen Entführern die Butter vom Brot nehmen. Natürlich machen wird dann auch einen Abstecher nach Schweden und besuchen Stockholm, denn, wie soll es auch anders sein, Skye entwickelt Gefühle für ihren Entführer. Der ist aber nicht unbedingt ehrlich mit ihr. Und schon bald überschlagen sich die Ereignisse. Zwischendurch waren mir die Charaktere zu extrem und alles wurde zu dramatisch, legte sich dann aber wieder. Letztendlich hat mich das Buch mehr als gut unterhalten.

Fazit

Ein tolles Buch mit wunderbaren Charakteren, die mir zwischendurch aber manchmal etwas zu extrem waren.

Buchwolke

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[Kurzrezension] Begin again – Mona Kasten

Jun
23
Begin again Book Cover Mona Kasten
Begin again
LYX
14.10.2016
484
Buch!

Klappentext
Er stellt die Regeln auf –
sie bricht jede einzelne davon.
Noch einmal ganz von vorne beginnen – das ist Allie Harpers sehnlichster Wunsch, als sie für ihr Studium nach Woodshill zieht. Dass sie ausgerechnet in einer WG mit einem überheblichen
Bad Boy landet, passt ihr daher gar nicht in den Plan. Kaden White ist zwar unfassbar attraktiv – mit seinen Tattoos und seiner unverschämten Art aber so ziemlich der Letzte, mit dem Allie
sich eine Wohnung teilen möchte. Zumal er als allererstes eine Liste von Regeln aufstellt. Die wichtigste: Wir fangen niemals etwas miteinander an! Doch Allie merkt schnell, dass sich hinter
Kadens Fassade viel mehr verbirgt als zunächst angenommen. Und je besser sie ihn kennenlernt, desto unmöglicher wird es ihr, das heftige Prickeln zwischen ihnen zu ignorieren …
Meinung

Bücher von Mona Kasten sind eigentlich immer ein Garant für einen wunderbaren Schreibstil, einen tollen Plot und Charaktere, mit denen man von der ersten bis zur letzten Seite mitfiebert. Genauso war es auch wieder bei diesem Buch. Allie habe ich sofort in mein Herz geschlossen. Ich finde es beeindruckend, wie sie mit ihrem Schicksal und ihrem Leben umgeht und wie sie alles meistert. Auch Kaden, trotz Kotzbrockigheit, hatte von Anfang an etwas ganz Besonders an sich. Man merkt, dass da mehr hinter seiner harten Schale ist, hinter der er sich versteckt. Beide haben also ihr Päckchen zu tragen und als sie dann als WG-Partner in einer Wohnung landen ist klar, dass das an Beiden nicht spurlos vorbeigehen kann. Die Annäherung der Beiden hat die Autorin großartig beschrieben. Besonders die Dialoge zwischen den Allie und Kaden waren extrem schlagfertig und lustig. Doch auch die ernsten Töne, die dieses Buch anschlägt, waren überzeugend. Ein rundum überzeugendes Buch mit einer wunderschönen Liebesgeschichte.

Lieblingszitat
Ich konnte nicht antworten. Die Worte waren verschwunden.
Seite 66 (laut E-Reader)
Fazit

Allie und Kayden, Kayden und Allie… Die Beiden sind einfach ein Traumpaar und haben dieses Buch zu etwas ganz Besonderem gemacht!

Buchwolke

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[Rezension] Bird and Sword – Amy Harmon

Okt
26

Autorin: Amy Harmon
Titel: Bird and Sword
Originaltitel / Übersetzerin: The Bird and the Sword / Corinna Wieja
Seitenanzahl: 398
Erscheinungsdatum: 26. Oktober 2017
Reihe: Band 1 von ?
Verlag: LYX
Buch oder Netflix? Buch!

Ein Mädchen ohne Stimme. 
Ein König in Ketten. 
Ein Fluch, der sie vereint. 
Mit fünf Jahren musste Lark mit ansehen, wie ihre Mutter vor ihren Augen hingerichtet wurde. Mit dem letzten Atemzug nahm sie ihrer Tochter die Stimme und die Macht der Worte. Denn Magie ist eine Todsünde in Jeru. Dreizehn Jahre später erscheint der junge König Tiras am Hof von Larks Vater, um diesen an seine Treuepflicht im Krieg zu erinnern. Er nimmt die stumme junge Frau als Geisel mit sich. Zunächst fürchtet Lark den König, doch sie merkt schnell, dass Tiras ebenso wenig frei ist wie sie und dass die Liebe womöglich die einzige Waffe ist, die ihrer beider Ketten sprengen kann … 

Ich habe bisher noch nichts von Amy Harmon gehört, geschweige denn überhaupt eines ihrer Bücher gelesen, weswegen ich mit einer Dann-lass-ich-mich-mal-überraschen-Haltung an das Buch herangegangen bin. Und ich kann definitiv sagen, dass die Überraschung kaum größer hätte sein können! Bei diesem Buch stimmt einfach alles. Angefangen beim großartigen Cover, das perfekt zum Buch passt, über den bezaubernden Schreibstil und die Charaktere. Ich bin hin und weg von “Bird and Sword” und wäre am liebsten ewig mit Lark in Jeru geblieben.
Lark ist ein außergewöhnlicher Charakter. Durch den frühen Tod ihrer Mutter, einer Weissagerin, und die ablehnende Haltung ihres Vaters, war sie von Kindheit an fast auf sich allein gestellt. Lediglich Boojohni, ein Zwerg und ehemaliger Diener ihrer Mutter, ist ihr ein Vertrauter. Doch nicht nur das macht ihr das Leben schwer. Weitaus schwerer ist, dass Lark nicht mehr sprechen kann, seit ihre Mutter starb. Sie macht sich mit Gesten verständlich, lesen und schreiben hat sie nie gelernt. So wird sie von vielen ignoriert oder gar als Idiotin abgestempelt. Doch in Lark schlummert weitaus mehr als auf den ersten Blick ersichtlich ist.
Amy Harmon hat mit Lark eine Protagonistin erschaffen, die trotz (oder gerade wegen) ihres Nicht-perfekt-seins einfach nur perfekt und großartig ist. Ich hatte schon lange keinen so großen Spaß mehr dabei, eine Protagonistin auf ihrer Reise zu begleiten. Ihre Handlungen sind nachvollziehbar und so hat sich Lark bald schon wie eine Freundin angefühlt. 
Besonders ihre Verbindung zu Tiras hat mich dabei total begeistert. Das Knistern zwischen den Beiden war merklich spürbar und gerade zu Anfang hab ich mich viele Male seufzen hören, einfach weil ihre Beziehung mit so viel Spaß, Bauchkribbeln und auch einem Schuß Dramatik erzählt wurde.
Doch nicht nur Lark hat mich überzeugt. Jeder Charakter in diesem Buch ist liebevoll ausgearbeitet und hat seine eigenen Eigenarten und Besonderheiten. Das ist auch einer der Punkte, der mich so begeistert hat. Selbst kleine Nebencharaktere wurden großartig beschrieben und geben dem Buch das besondere Etwas.
Gleich zu Beginn lernt man Lark und ihre Mutter Meshara kennen und sofort liegt eine besondere Magie in der Luft. Augenblicklich merkt man, dass Wörter in diesem Buch etwas besonderes sind und das ist ein weiterer Punkt, der dieses Buch für mich so besonders macht. Es geht nicht nur einfach so um Wörter. Nein. Wörter haben in “Bird and Sword” eine Macht, die Anfangs gar nicht abzusehen ist. Und das finde ich großartig, denn Wörter sind hier mächtiger als Waffen.
Das Wort als solches kann verletzen, heilen, Dingen Leben einhauchen und noch so vieles mehr, wenn man nur weiß, wie man es benutzen muss.
Es sind aber nicht nur die Wörter voller Magie in diesem Buch, sondern auch die Welt, in der “Bird and Sword” spielt. Die Autorin hat ihre eigene Welt erschaffen und mit ihr einen eigenen Schöpfungsmythos. Viele Kreaturen bevölkern Jeru, gute und böse, und auch wenn Magie verboten ist, so ist sie doch überall spürbar.

Dass Amy Harmon weiß, wie man Wörter benutzen muss, kann nach diesem Buch niemand mehr anzweifeln, denn auch sie versteht es auf großartige Weise, mit Wörtern umzugehen. Beim Lesen entsteht eine Sogwirkung, die mich nicht mehr losgelassen hat. Besonders der teils schon poetische Schreibstil hat es mir dabei angetan, was man auch gut an der großen Zitateauswahl weiter unten merken kann.

Besonders gut hat mir gefallen, dass am Ende alles zusammen kommt. Ich könnte auch sagen: der Kreis schließt sich. Alles wird aufgelöst und selbst Dinge, an die ich schon gar nicht mehr gedacht hatte, wurden in sehr überraschender und unvorhersehbarer Weise wieder eingebracht und zu einem Ende geführt.
Dabei hat mich vor allem der Epilog dann doch noch emotional komplett unerwartet erwischt und in ein heulendes Häuflein Elend verwandelt. Ganz klar der perfekte Abschluss für ein perfektes Buch!

Sie war meine kleine Lerche. Lark – der Name schoss mir sofort in den Kopf, als ich sie sah, und ich akzeptierte ihn, nahm ihn vom Vater aller Wörter an und vertraute darauf, dass das Schicksal ihn für sie bestimmt hatte.
Seite 9

Jemand schrie und der Schrei gellte durch die Luft, als ob der König den Himmel in zwei Hälften geteilt und das Grauen freigelassen hätte.
Seite 16

Meine Farben waren so zurückhaltend und unscheinbar wie ich. Fahl und fade. Und so hauchzart, dass sie sich nie ganz herauskristallisiert hatten. Ich kam mir vor wie ein kleiner, grauer Geist.
Seite 33

Der Hof würde eine Weile über mich tratschen und mich dann ganz vergessen. Diese Wirkung hatte ich auf Menschen. Stille war ein naher Verwandter der Unsichtbarkeit.
Seite 62

Ich errichtete eine frostige Schutzschicht in meinem Herzen und der Feuersbrunst in meinem Inneren, damit ich nicht in Panik geriet, weil ich plötzlich ein Pfand in einem sehr gefährlichen Spiel geworden war.
Seite 154

Ich lachte frustriert auf und hätte meinen Ärger am liebsten zu dem dicken Mond hinaufgeschrien, der uns träge beobachtete wie ein betrunkener Zuschauer, der seine Neugier nicht verbergen konnte.
Seite 204

Die Verzweiflung, die sich auch in seiner Miene spiegelte, bauschte sich um ihn und kräuselte die Dunkelheit wie ein Stein im Wasser.
Seite 297

Sogar die Wände weinten. Farbe tropfte in langen traurigen Streifen herunter und zerstörte, was einst gewesen war.
Seite 324

Von der ersten Seite an, hat mich “Bird and Sword” gefesselt und das in allen Aspekten. Der Schreibstil ist großartig, teilweise fast schon poetisch und hat mich zutiefst berührt. Gepaart mit einer spannenden Geschichte und einer überzeugenden Welt hat sich dieses Buch zu einem meiner Lieblinge entwickelt.
Und nun bleibt mir nur noch zu sagen: “Geht und tut Gutes!”
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

[Rezension] Überleben ist ein guter Anfang – Andrea Ulmer

Jun
28

Autorin: Andrea Ulmer
Titel: Überleben ist ein guter Anfang
Originaltitel: Überleben ist ein guter Anfang
Seitenanzahl: 304
Erscheinungsdatum: 10. Februar 2017
Reihe: Einzelband
Verlag: List
Buch oder Netflix? Buch!

Selbsthilfegruppen sind deprimierend, findet Anja Möller. Und die für krebskranke Frauen erst recht. Sie geht nur hin, weil ihr Mann das will. Und trifft dort auf die 83-jährige Sieglinde. Sieglinde ist trotz ihrer Diagnose voller Lebensfreude und plant eine Weltreise. Doch bevor sie die antreten kann, stirbt sie. Als die übrigen fünf absolut unterschiedlichen Frauen der Selbsthilfegruppe beschließen, an ihrer Stelle die Welt zu sehen, nimmt eine abenteuerliche Reise ihren Lauf: Sie haben nichts mehr zu verlieren, sondern alles zu gewinnen.

Schon das Cover gefällt mir ganz besonders, speziell das Lettering hat es dabei angetan, und nach der Lektüre kann ich definitiv sagen: dieses Buch ist von innen genauso schön wie von außen! Was für ein großartiges, lustiges, besonderes Buch, das rührt, ohne dabei auch nur ansatzweise rührselig zu sein. 
Protagonistin Anja ist ein wunderbarer Charakter. Sie nimmt ihre Diagnose mit Humor und will sich nicht unterkriegen lassen. Gerade deshalb ist sie auch eher skeptisch, als sie zum ersten Mal die Selbsthilfegruppe besucht, erwartet sie doch etwas ganz anderes als das, was sie erwartet. 5 Frauen, die nicht lebenslustiger sein könnten und eine Beziehung zueinander haben, die einfach nur besonders ist. Sieglinde, Hertha, Marion, Sabine und Gret lassen sich vom Krebs nicht das Leben verderben und strotzen nur so vor lauter Lebenslust. 
Jede von ihnen ist wunderbar beschrieben worden und kommt mit ihrer eigenen, speziellen Geschichte daher. Auch wenn mir alle Frauen sehr gut gefallen habe, habe ich doch besonders Gret ins Herz geschlossen, die einfach zum Brüllen komisch ist. Prinzipiell erst mal allem Neuen und Unbekannten abgeneigt und Anfangs auch eher ein bisschen einfältig dargestellt, macht sie im Buch die größte und vor allem lustigste Veränderung durch. 
Und Veränderungen gibt es viele, denn als Sieglinde stirbt, hinterlässt sie den anderen Geld, damit sie an ihrer Stelle eine von Sieglinde geplante Weltreise angehen können. Und das machen sie dann auch und bereisen jeden Kontinent. Was sie dort erleben ist eindeutig der lustigste, herzerwärmenste und einmaligste Roadtrip, über den ich je gelesen habe. Die Autorin beschreibt die Abenteuer der fünf Frauen mit so viel Einfallsreichtum und Situationskomik, dass nicht nur die Frauen ihre Krankheit zwischenzeitlich vergessen, sondern auch ich zwischendurch nicht mehr daran dachte, dass ich ja ein “Krebsbuch” lese. Umso eindrucksvoller und nachhallender sind dann die Momente, wenn Anja oder auch die anderen merken, dass doch etwas nicht stimmt, dass ihr Körper nicht so will wie sie und sie spüren, was der Krebs in und mit ihrem Körper anrichtet.
Dennoch bleiben alle positiv und geben ihr Bestes, um Sieglindes Traum zu erfüllen.
Doch abgesehen von den fünf Frauen, sind auch die daheim gebliebenen Männer wunderbar beschrieben, die ihre eigenen Schlachten zu kämpfen haben. Ohne zu viel zu verraten geht es dabei auch teils extrem lustig und dann wieder sehr dramatisch zu. Dieses ist auch einer der Aspekte, die mir so gefallen, denn es ist ein extrem gelungener Mix aus Komik und Tragik, den Andrea Ulmer hier erschaffen hat.
Wer eine lustige, spannende und rührende Geschichte über einen Roadtrip der besonderen Art sucht, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen!
Vielen Dank an den List-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

[Rezension] Glücksgefühl – Karolin Kolbe

Jun
24

Autorin: Karolin Kolbe
Titel: Glücksgefühl
Originaltitel: Glücksgefühl
Seitenanzahl: 224
Erscheinungsdatum: 20. Juni 2017
Reihe: Einzelband
Verlag: Planet
Buch oder Netflix? Netflix

Nike ist überglücklich, als sie an einer Schauspielschule aufgenommen wird. Denn sie liebt das Leben anderer Menschen: Sie liest die Nachrichten fremder Leute in der U-Bahn mit und versinkt in den Filmen, die sie zusammen mit ihren Freundinnen schaut. Doch als Nike Jasper begegnet, sind es auf einmal ihre eigenen Gefühle, die verrücktspielen. Und dieses Mal gibt es kein Drehbuch, das ihr verrät, ob es ein Happy End geben wird … Eine ganz besondere Liebesgeschichte!

Ich finde die Grundidee dieses Buches großartig. Wenn mir auch jegliches schauspielerisches Talent abgeht, so finde ich die Schauspielerei als solche total interessant. Dieser Aspekt des Buches konnte mich auch überzeugen, der Rest leider nicht.
Wie es auf einer Schauspielschule zugeht und was eigentlich alles unterrichtet und verlangt wird, ist sehr interessant beschrieben worden und auch der Ablauf eines Drehs und der doch sehr zähe “Alltag” eines Komparsen war überraschend anders, als gedacht. Ich fand es großartig, dass die Autorin sich dem Thema Schauspielerei angenommen hat, wozu es leider viel zu wenig Bücher gibt.

Was mir allerdings nicht gefallen hat, war der Schreibstil. Ich hatte durchgängig den Eindruck, als ob ich ein Sachbuch über Schauspielerei lese, dem ein bisschen Handlung hinzugefügt wurde. Die Geschichte wurde so emotionslos erzählt, dass ich überhaupt keinen Bezug aufbauen konnte. Mir hat die Energie, die Begeisterung gefehlt. Das beginnt schon bei Nike, bei der ich kein einziges Mal den Eindruck hatte, als würde sie Spaß an der Schauspielerei haben. Passend dazu bringen auch ihre beiden Freundinnen sie erst auf die Idee, doch mal zu einem Vorsprechen zu gehen, sie hat noch nicht wirklich einen Gedanken daran verschwendet. Und das zieht sich durch das gesamte Buch. Ich möchte von Charakteren mitgerissen und begeistert werden. Leider ist das in diesem Fall nicht passiert. Mir war mehr oder weniger egal, was mit Nike passiert, einfach weil sie selbst als Charakter so blass geblieben ist.

Auch Gefühle sind bei mir während der Lektüre überhaupt nicht transportiert worden, von daher fand ich auch die Geschichte mit Jasper sehr konstruiert, einfach weil keinerlei Anziehung zwischen den Beiden spürbar war. Es war mir nicht nachvollziehbar, wie diese Liebesgeschichte zu Stande gekommen sein soll und auch die Konflikte zwischen den Beiden machten den Eindruck, als ob sie einfach nur des Konflikt wegens stattfinden würden.

Ein Problem hatte ich auch mit den Dialogen, die zwar teilweise gut waren, an vielen Stellen aber sehr gezwungen wirkten. Das passierte besonders oft dann, wenn Sachinformationen vermittelt werden sollten. Schnell las sich das dann so, als ob sich zwei gegenseitig etwas aus einem Sachbuch vorlesen. Da hätte ich mir mehr Lockerheit und auch Schlagfertigkeit gewünscht.

Dass sich dieses Buch mit der Schauspielerei beschäftigt, gefiel mir sehr gut. Leider konnten mich aber weder der Schreibstil, noch die Charaktere oder die Dialoge überzeugen. Das war leider nicht mein Buch.
Vielen Dank an den Planet-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

[Rezension] Ich, Eleanor Oliphant – Gail Honeyman

Jun
24

Autor: Gail Honeyman
Titel: Ich, Eleanor Oliphant
Originaltitel / Übersetzerin: Eleanor Oliphant is Completely Fine / Alexandra Kranefeld
Seitenanzahl: 528
Erscheinungsdatum: 24. April 2017
Reihe: Einzelband
Verlag: Lübbe
Buch oder Netflix? Buch!

Wie Eleanor Oliphant die Liebe suchte und sich selbst dabei fand
Eleanor Oliphant ist anders als andere Menschen. Eine Pizza bestellen, mit Freunden einen schönen Tag verbringen, einfach so in den Pub gehen? Für Eleanor undenkbar! Und das macht ihr Leben auf Dauer unerträglich einsam. Erst als sie sich verliebt, wagt sie sich zaghaft aus ihrem Schneckenhaus – und lernt dabei nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst noch einmal neu kennen.
Mit ihrem Debüt “Ich, Eleanor Oliphant” ist Gail Honeyman ein anrührender Roman mit einer unvergesslichen Hauptfigur gelungen. Ihre erfrischend schräge Sicht auf die Dinge zeigt uns, was im Leben wirklich zählt. Liebe. Hoffung. Ehrlichkeit. Und vor allen Dingen die Freundschaft.

Dieses Buch hat mich durch ein wahres Gefühlschaos geschickt. Liefen mir anfangs die Tränen vor lauter Lachen die Wange herunter, wo wurde ich später mehr und mehr zu einem schluchzenden Haufen Elend. Dieses Buch ist weitaus mehr als “nur” eine leicht-lockere Lektüre.
Eleanor ist hochintelligent, besitzt allerdings so gut wie keine Sozialkompetenzen und ist auch generell eher weltfremd, was gerade zu Beginn des Buches zu einigen kuriosen Situationen führt. Da wird schon das Bestellen einer Pizza zu einer Herausforderung für sie, über die man nur amüsiert den Kopf schütteln kann, wobei ich vom Brazilian Waxing hier gar nicht erst anfangen will. Soziale Kontakte hat sie praktisch nur auf der Arbeit und auch dort geht sie so ziemlich jedem aus dem Weg, der ihr zu nahe kommt, was anders herum aber auch der Fall ist, denn Eleanor ist einfach seltsam. Ihre Ansichten und auch ihre Ausdrucksweisen könnten direkt aus dem 19. Jahrhundert entsprungen sein und gerade dieser Widerspruch ist so groß, denn einerseits ist sie so wortgewandt und intelligent, andererseits ist sie so naiv wie ein Kind. Kommt dieses Anfangs noch sehr lustig herüber (wobei die Autorin auch sehr geschickt viele lustige Passagen in die ersten Kapitel eingebaut hat) so ändert sich der Ton doch nach und nach.

Denn, wie man sich schon denken kann, ist Eleanor nicht so geboren, sie wurde erst zu der (gemacht), die sie ist. Nach und nach wird enthüllt, was passiert ist und wie sie zu ihren körperlichen und seelischen Narben gekommen ist und warum sie so einsam ist. Und diese kleinen Enthüllungen, die häppchenweise eingestreut werden, haben mir mehr als einmal die Tränen in die Augen getrieben. Eleanor trägt ein riesiges Päckchen mit sich herum und tat mir einfach nur unendlich leid. Hier habe ich mich auch selbst dabei ertappt, dass ich, obwohl ich es nicht möchte, doch dazu tendiere, Menschen in Schubladen zu stecken. Und in einer dieser Schubladen ist auch Eleanor zu Beginn des Buches gewandert. Man “bewertet” Menschen viel zu schnell, ohne sich die Mühe zu machen, hinter die Fassade zu sehen.

Und gerade das macht Raymond, der eigentlich nur Eleanors Arbeitscomputer reparieren sollte, sich dann aber still und leise in ihr Leben schleicht und dort dann tatsächlich beginnt, hinter die Fassade zu sehen. Die Beziehung der Beiden zueinander ist wunderbar beschrieben und kommt dabei ganz ohne großen Pathos oder Klischees aus.

Der Schreibstil hat mir großartig gefallen. Eleanor war absolut glaubhaft als Ich-Erzählerin und gerade das hat dazu beigetragen, dass ich erst mit ihr gelacht und dann mit ihr und für sie geweint habe.

Dieses Buch hat mich auf so ziemlich jeder emotionalen Eben berührt. Jeder sollte Eleanor und ihre Geschichte kennen. 
Vielen Dank an den Lübbe-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

[Rezension] Wie ich dich sehe – Eric Lindstrom

Jun
24

Autor: Eric Lindstrom
Titel: Wie ich dich sehe
Originaltitel / Übersetzerin: Not If I See You First / Katarina Ganslandt
Seitenanzahl: 352
Erscheinungsdatum: 25. November 2016
Reihe: Einzelband
Verlag: Carlsen
Buch oder Netflix? Buch!

»Ich bin wie du mit geschlossenen Augen, nur schlauer!« Das ist Parkers Credo, und sie hat strenge Regeln aufgestellt, wie sie behandelt werden will. Seit der Trennung von ihrem Freund Scott und dem Tod ihres Vaters verlässt sie sich nur noch auf sich selbst. Für jeden Tag, an dem sie nicht heult, gibt sie sich einen Goldstern. Sie trainiert fürs Laufteam – okay, sie ist blind, aber ihre Beine funktionieren ja. Und sonst hält sie sich die meisten Leute mit Ruppigkeit vom Hals. Bis Scott ihrer Liebe doch noch eine Chance geben will …

Ich L I E B E dieses Cover! Allein schon, weil es so perfekt zum Buch passt und man merkt, dass es extra für das Buch hergestellt wurde und kein 08/15-Foto ist, das mal eben schnell aus dem Archiv geholt wurde. Ich bin hin und weg von diesem Cover! (Bin ich übrigens die Einzige, die findet, dass das Mädchen aussieht, wie Emilia Clark?)
Doch nicht nur das Cover hat es mir angetan, auch die Geschichte hat mich gefangen genommen und nicht mehr losgelassen. Das fing schon damit an, dass alle Kapitelüberschriften auch in Brailleschrift im Buch standen. Ich liebe solch kleine Details, denn die machen das Buch noch ein kleines bisschen besonderer.

Parker ist eine wunderbare Protagonistin. Nachdem das Leben es alles andere als gut mit ihr meinte und sie schon mehrere tragische Verluste erleiden musste, versteckt sie sich mehr und mehr hinter einer extrem harten Schale. Mit Ironie, Sarkasmus und manchmal auch Bösartigkeit geht sie durchs Leben und lässt niemanden an sich heran. dabei lässt sie sich auch von ihrer Blindheit nicht bremsen. Und gerade das hat mir gut gefallen. Anstatt in Selbstmitleid zu zergehen (wozu sie eindeutig Grund hätte), stürzt sie sich mitten ins Leben. Und auch wenn ich natürlich nicht aus Erfahrung sprechen kann, so finde ich doch die Beschreibungen des Blind-Seins extrem gelungen und überzeugend. Ich konnte mich in Parkers Welt hineinversetzen und das hat einen großen Teil dazu beigetragen, warum mir dieses Buch so gefallen hat. Über vieles macht man sich als Sehende gar keine Gedanken, weil es für uns selbstverständlich ist. Doch für einen blinden Menschen kann schon ein anders parkendes Auto zu einem gefährlichen Problem werden.
Hierbei ging es dem Autor nicht darum, sämtliche Klischees zu bedienen, die man so finden kann, wenn es um blinde Menschen geht, sondern um ein sensibles Bild dieses einen Mädchens.
Gut gefallen haben mir auch die anderen Charaktere, die allesamt mit ihren kleinen Ecken und Kanten daherkommen und alle auf ihre Art besonders sind. Allen voran dabei Scott und Jason, die beide von Parker eingenommen und begeistert sind und ebenso liebenswert sind wie Parker selbst.

Und auch wenn mir dieser Teil des Buches auch sehr gut gefallen hat, so geht es doch weniger um die Liebesgeschichte und mehr darum, wie Parker ihr Leben meistert und selbst wächst. Ein großer Teil dabei ist der Tod ihres Vaters, den sie verarbeitet. Gerade dieses Teil fand ich wunderbar beschrieben und absolut nachvollziehbar. Parker macht im Laufe des Buches eine sehr große Entwicklung durch und es war eine wahre Freude, sie dabei zu begleiten.

Alles, was Tante Celia kocht, kommt mir irgendwie immer vor wie etwas, was Außerirdische an Menschen im Zoo verfüttern würden, weil sie es so in Zeichentricktrickfilmen gesehen haben.
Seite 20 (laut E-Reader)

Ein wundervolles Buch, das mir viele neue Eindrücke beschert hat und mir noch sehr lange in Erinnerung bleiben wird.
Vielen Dank an den Carlsen-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

[Rezension] Fire (Die Elite 2) – Vivien Summer

Jun
11

Autorin: Vivien Summer
Titel: Fire (Die Elite 2)
Originaltitel: Spark (Die Elite 2)
Seitenanzahl: 337
Erscheinungsdatum: 6. April 2017
Reihe: Band 2 von 4
Verlag: Impress
Buch oder Netflix? Buch!

**Spiele niemals mit dem Feuer meines Herzens**
Obwohl Malias außerordentliches Feuerelement immer deutlichere Formen annimmt, ist die 17-jährige Elite-Soldatin immer noch nicht von ihren Fähigkeiten überzeugt. Es ist, als ob sie einen wichtigen Teil von sich noch nicht gefunden hätte, aber nicht einmal ihr Mentor Chris kann ihr erklären, was es ist. Währenddessen spitzt sich die Lage in den obersten politischen Rängen immer weiter zu. Als sich die Situation plötzlich gegen sie wendet, kann nur noch Chris sie vor dem sicheren Tod bewahren. Dabei kommen sich die beiden wieder einmal unwillkürlich näher und Malia erfährt etwas über Chris, das alles, was sie je über den attraktiven High Society Boy gedacht hat, in ein anderes Licht stellt…

“Spark”, den ersten Teil der Tetralogie, habe ich bereits verschlungen und auch der zweite Teil hat mich voll in seinen Bann geschlagen. Er setzt direkt da ein, wo der erste Teil aufhört und hat mich auf eine wahre Gefühlsachterbahn geschickt. 
Der Konflikt zwischen New America und New Asia wird immer kritischer und nimmt auch im Buch einen wichtigeren und größeren Stellenwert ein. Das hat mir gut gefallen, denn dadurch werden auch einige Dinge und besonders einige Verhaltensweisen von Chris klarer und verständlicher.
Das ist aber auch der einzige Aspekt, der Chris’ Verhaltensweisen etwas erklärt, ansonsten ist der Kerl immer noch ein Buch mit 7 Siegeln. Ach, was sag ich… eher mit 77 Siegeln!
Hätte ich nicht ein so großes Herz für Bad Boys, so wäre ich wahrscheinlich wahnsinnig geworden! Chris hat definitiv etwas von Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Einerseits kann er (für sehr kurze Zeitspannen) liebevoll, zärtlich und fürsorglich sein, andererseits ist er schlicht und einfach ein Arsch. Anders kann ich das jetzt auch nicht beschreiben. Er spielt mit Malia, er lügt sie an, er macht sich über sie lustig, reißt ihr das Herz heraus und trampelt noch ein bisschen drauf herum, nur für den Fall, dass es noch nicht genug weh getan hat. Das Schlimme an der Sache ist: ich mag den Kerl trotzdem. Und ich bin mir immer noch sicher, dass mehr hinter ihm steckt. Bereits jetzt ist sein Panzer an einigen Stellen zerbröckelt und ich hoffe, dass im nächsten Teil ein bisschen mehr enthüllt wird. 
Generell gefällt es mir aber sehr, dass Chris bisher weiterhin so ein Kotzbrocken ist. Zu oft kommt es in Büchern vor, dass genau solche Kerle wie Chris innerhalb von 10 Seiten zum zahmen Schoßhündchen werden. Hier ist es nicht so und das finde ich sehr gut. (Er treibt mich allerdings trotzdem in den Wahnsinn!) 
Malia hat sich bisher toll entwickelt, was ich auch nach dem ersten Teil gehofft hatte. Sie ist mutiger geworden, vertraut mehr in sich und gibt ab und zu sogar mal Kontra, wenn ihr etwas nicht gefällt. Das klappt zwar meistens nicht, wenn es um Chris geht, aber gegenüber anderen Personen kann sie sich behaupten. Ihr Element trainiert sie weiterhin, ich hätte mir jedoch gewünscht, dass sie dort mehr Fortschritte macht. Wenn man bedenkt, dass es ja zum großen Teil um diese Elemente geht, hoffe ich, dass sie im folgenden Band noch mehr dazu lernt und ihr Element auch mehr einsetzt. 
Wenn sie mit Chris interagiert, hätte ich ihr zwischendurch gerne mal ins Ohr geschrien, dass sie sich nicht alles gefallen lassen soll. Prinzipiell weiß sie, dass es nicht ok ist, wie er sie behandelt, aber sobald er in ihrer Nähe ist, wird sie Wachs in seinen Händen und das nutzt er natürlich schamlos aus. Normalerweise würde mich so ein Verhalten stören, aber weil Chris mir selbst so gut gefällt, kann ich Malias Verhalten voll und ganz verstehen. 
Die Szenen zwischen Malia und Chris, von denen es im zweiten Band weitaus mehr gibt, als im ersten, sind großartig beschrieben. Wenn sie sich dann zwischendurch näher gekommen sind, hatte ich spontan zusammen mit Malia Herzklopfen, denn gerade in diesen Momenten kommt ein anderer Chris durch. Der, von dem ich unbedingt mehr lesen will und von dem ich wissen will, warum er sich normalerweise hinter der mehr als harten Schale versteckt. 
Besonders gut haben mir in diesem Teil auch die Nebencharaktere gefallen. Allen voran Kay, die mit ihrer schnodderigen und sarkastischen Art regelmäßig für ein Grinsen auf meinem Gesicht gesorgt hat. Ich finde sie besonders als Gegenpart zu Malia perfekt, weil sie genau davon ein bisschen zu viel hat, was Malia fehlt. 
Was mir aber wirklich einiges an Kopfzerbrechen bereitet hat, ist die Rolle, die Sara, Malia beste Freundin, in all dem spielt. Ich hatte sie erst gar nicht mehr auf dem Schirm, bis sie dann vollkommen unerwartet wieder auftauchte. Da bin ich wirklich gespannt.
Eine spannende und Herzklopfen verursachende Fortsetzung, die mir noch besser als der erste Teil gefallen hat. Ich freue mich auf den 3. Teil!
Vielen Dank an den Impress-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.