[Rezension] Fangirl auf Umwegen – Amelie Murmann

Jun
05

Autorin: Amelie Murmann
Titel: Fangirl auf Umwegen
Originaltitel: Fangirl auf Umwegen
Seitenanzahl: 280
Erscheinungsdatum: 6. Oktober 2016
Reihe: Einzelband
Verlag: Impress
Buch oder Netflix? Buch!

**Ein goldenes Ticket zu den Universal Studios, bitte!**
Als sicherlich größter Booknerd auf Erden gehen für die 18-jährige Luna quasi alle Träume auf einmal in Erfüllung, als sie eine Reise zu den Universal Studios in Orlando gewinnt, um die »Wizarding World of Harry Potter« zu besuchen. Dort erwartet sie und die anderen Gewinner die ultimative Challenge zu ihrer Lieblingsbuchwelt und Luna ist mehr als nur bereit, alles daran zu setzen, den ersten Platz zu ergattern. Leider macht ihr dabei ein gewisser Leo immer wieder einen Strich durch die Rechnung und das, obwohl er nicht mal annähernd ihr Fanwissen besitzt. Nach erbitterten Kämpfen um Zauberstäbe und Schulschals platzt Luna schließlich der Kragen – und sie lernt Leo plötzlich von einer ganz anderen Seite kennen…

Da kommt jetzt der Coverjunkie wieder in mir durch, aber was ist das denn bitte für ein wunderschönes Cover? Ich bin ja Fan von Covern, die extra für bestimmte Bücher entworfen wurden (und nicht nur zusammen geklatschte Bilder sind, die man auch auf 5 anderen Büchern findet) und dieses hier ist definitiv ein Highlight! Doch nicht nur die äußeren Werte, sondern auch die Inneren sind bei diesem Buch ganz wunderbar und besonders.
Luna ist tatsächlich ein Fangirl sondergleichen. So verrückt wie sie nach Harry Potter ist, ist wohl niemand sonst und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sie ihr hart verdientes und mehr als knappes Geld für überteuerte Schokoladentafeln ausgibt, in denen goldene Tickets versteckt sind. Diese Tickets sind die Eintrittskarten für 3 Wochen in Orlando und für die Teilnahme an der Chocolate Challenge, die sich um Harry Potter dreht und bei der 100000$ winken. So liefert sie sich gleich einen verbalen und körperlichen Kampf mit Leo, der wie sie die Schokolade kaufen möchte. Durch glückliche Zufälle ergattert sie dann tatsächlich ein goldenes Ticket und macht sich auf zu einer Reise, die ihr Leben gehörig durcheinander bringen wird, denn auch Leo sitzt plötzlich neben ihr im Flugzeug.
Ich habe dieses Buch inhaliert. Einfach alles an diesem Buch passt zusammen und ergibt ein großartiges Ganzes. 
Amelie Murmann erzählt mit soviel Begeisterung und Humor, dass ich mich gefühlt habe, als wäre ich mittendrin. Man merkt ganz klar ihre Liebe zu Harry Potter und auch wenn meine Harry Potter-Lektüre schon ein paar Jahre zurückliegt, so habe ich doch sofort das Bedürfnis gehabt, nichts anderes mehr als Harry Potter zu lesen. 
Die Hauptidee einer Challenge, bei der Aufgaben rund um Harry Potter gestellt werden, finde ich grandios und gerade dieser Aspekt hat mir am Buch am Besten gefallen. Ich habe mich dabei erwischt, wie ich mitgefiebert und mitgerätselt habe, was die Hinweise bedeuten könnten und hätte mir noch viel mehr dieser Aufgaben gewünscht. Auch die Tatsache, dass Teilnehmer aus der ganzen Welt dabei sind und alles mit Kameras begleitet wurde, hat alles noch viel spannender gemacht und ich habe mich immer auf die Berichterstattungen am Abend gefreut, weil die oft die Handlung vorangetrieben haben.
Doch auch die Charaktere sind großartig! Allen voran natürlich Luna und Leo, die sich anfangs so überhaupt gar nicht miteinander anfreunden können, dann aber doch bald merken, dass der jeweils andere vielleicht doch nicht so blöd ist, wie anfangs gedacht. Beide habe ich schnell in mein Herz geschlossen und mit ihnen mitgelitten, wenn das Schicksal es mal wieder weniger gut mit ihnen meinte. 
Ein grandioses Buch, das nicht nur für Harry Potter-Fans lesenswert ist. Ich bin begeistert!
Vielen Dank an den Impress-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

[Rezension] Alles so leicht – Meg Haston

Jun
05

Autorin: Meg Haston
Titel: Alles so leicht
Originaltitel / Übersetzerin: Paperweight / Alexandra Ernst
Seitenanzahl: 320
Erscheinungsdatum: 13. Juli 2015
Reihe: Einzelband
Verlag: Thienemann
Buch oder Netflix? Buch!

Stevie hat nichts mehr zu verlieren. Sie ist fest entschlossen, aus diesem Körper, aus diesem Leben zu verschwinden. Aber alle wollen sie daran hindern. Ihr Vater, der sie ins Therapiezentrum einweisen ließ. Anna, die so ganz anders ist als die anderen Seelenklempner. Und selbst den Mädchen, mit denen sie ein Zimmer und ein Schicksal teilt, fühlt sich Stevie jeden Tag näher. Aber sie wird sich nicht öffnen, sie hat schließlich einen Plan. 
Ehrlich bis zur Schmerzgrenze, mitfühlend und hoffnungsvoll erzählt.

Ich habe mich sofort und unwiderruflich in das wunderschöne Cover verliebt! So passt es doch perfekt zum Buch und zum Titel. Und auch der Inhalt ist besonders.
Stevie, die eigentlich Stephanie heißt und ihre Rippen zählt, um sich zu beruhigen, hat beschlossen zu sterben. Sie weiß wie und vor allem weiß sie, wann. Denn zum Jahrestag eines schrecklichen Ereignisses, an dem sie sich die Schuld gibt, will sie sterben. Doch ihr Vater weist sie in ein Therapiezentrum ein und dort wird alles anders.
Stevie hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Ihre Angst und überhaupt ihre Gefühle wurden von Meg Haston so überzeugend beschrieben, dass ich mich problemlos in sie hineinversetzen konnte. Gerade auch was Trauer angeht, hat die Autorin eine sehr intensive Art zu schreiben, so dass die Verzweiflung und Traurigkeit fast greifbar waren.
Erst nach und nach erfährt man, was eigentlich vor einem Jahr passiert ist und warum Stevie beschlossen hat, zu sterben. Würde ich den Grund hier jetzt schreiben würde einige vielleicht denken: “Was ist das denn für ein Grund? Da kann sie ja nichts für!” Und eigentlich ist es natürlich auch so. Die Autorin hat es aber geschafft, deutlich zu machen, wie Stevie in diese Verzweiflung gerutscht ist und die es so weit kommen konnte. Je mehr man von der Geschichte erfährt, desto mehr kann man sie verstehen und mit ihr mitfühlen.

Als wunderbaren Gegenpart zu Stevie spielt Anna, ihre SK (Seelenklempnerin), eine große Rolle. Anna ist eine warmherzige, lustige und einfühlsame Person, die versucht, Stevie nach und nach aus ihrem selbstgebauten Gefängnis zu befreien.
Aber auch die anderen Mädchen, die ebenfalls im Therapiezentrum sind und denen Stevie nicht den ganzen Tag aus dem Weg kann, auch wenn sie das gerne möchte, sind wunderbar beschrieben worden. Jede hat ihre Eigenarten und es war sehr interessant zu erleben, wie sich die Beziehungen der Mädchen untereinander entwickelten.

Der Schreibstil von Meg Haston gefällt mir sehr gut. Trotz des ernsten Themas lässt sie Stevie voller Sarkasmus und Humor erzählen, was das Buch einerseits leichter macht, andererseits aber auch beklemmender.

Ich stich mir die Haare aus dem Gesicht und ließ sie dann wieder los. Wie sollte man die Haare tragen, wenn der eigene Bruder tot war?
Seite 180 (laut E-Reader)

Die Luft in der Wohnung war abgestanden und so randvoll mit Trauer und Wut, dass für uns kaum Platz war.
Seite 181 (laut E-Reader)

Ein großartiges Buch über Schuld, Angst und Trauer, das mich noch lange danach beschäftigt hat.
Vielen Dank an den Thienemann-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

[Rezension] Normal ist anders – Katja Kulin

Jun
05

Autorin: Katja Kulin
Titel: Normal ist anders
Originaltitel: Normal ist anders
Seitenanzahl: 240
Erscheinungsdatum: 2. Dezember 2016
Reihe: Einzelband
Verlag: Ullstein
Buch oder Netflix? Buch!

Die Liebe geht seltsame Wege. Manche davon führen direkt durch die Klapse.
Lea kann nichts mehr schlucken. Kein Brot, keine Schokolade, kein Obst. Wenn sie ehrlich ist, will sie auch gar nichts mehr schlucken. Lea leidet unter panischer Angst vor dem Ersticken. Inzwischen ist die 26-Jährige so untergewichtig, dass sie sich entscheiden muss: Sterben oder Therapie. Sie entscheidet sich für Letzteres. In der Klinik werden aus den anfangs so skurril erscheinenden Mitpatienten bald gute Freunde, und ganz unerwartet passiert Lea auch noch das Normalste überhaupt: Sie verliebt sich. In den hochsensiblen Ben, der einen Sammelzwang hat. Er tut ihr gut, aber kann sie seine Liebe überhaupt zulassen? Und dann wird sie rückfällig …

Bei diesem Buch hat mich definitiv das großartige Cover zuerst angesprochen. Alles, was blau ist, bekommt sowieso schon mal meine ungeteilte Aufmerksamkeit. Der Klappentext hörte sich auch großartig an, gerade weil wir im Kindergarten mal eine Praktikantin hatten, die auch dieses Problem (wenn auch nicht so extrem ausgeprägt) hatte.
Lea, die Protagonistin, leidet an der Angst, zu ersticken, wenn sie etwas isst. Sie entscheidet sich, eine Therapie zu machen und landet in einer Klinik zusammen mit anderen Menschen, die anfangs eher befremdlich auf sie (und auch auf mich als Leserin) wirkten, sich dann aber mehr und mehr einen Weg in Leas und mein Herz geschlichen haben. Das merkt man auch toll daran, dass alle anderen vorher nur teils sehr abwertende Spitznamen von Lea bekommen haben, sie sie aber nach und nach mit ihren richtigen Namen benennt.
Lea ist anfangs schwer zu durchschauen. Man weiß nicht so genau, was in der Vergangenheit passiert, das sie nun soweit gebracht hat, dass sie keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen kann. Da wird sogar Milchreis zu einem schier unlösbarem Problem. So abstrakt diese Angst jetzt auch erst mal klingen mag, so überzeugend und nachvollziehbar hat Katja Kulin sie beschrieben.
Nach und nach wird immer mehr ihrer Geschichte enthüllt, so dass man langsam herausfindet, wie es soweit kommen konnte. Die Autorin hat dieses wirklich wunderbar beschrieben. Ich habe mit Lea mitgelitten und hatte das Bedürfnis, dass es ihr wieder besser gehen soll. Es kommt nicht oft vor, dass ich so mit einem Charakter verbunden bin, aber Lea ist mir eindeutig ans Herz gewachsen.

Doch nicht nur Lea ist bezaubernd beschrieben, sondern auch die anderen Charaktere in der Geschichte sind liebevoll und authentisch dargestellt. Jeder hat (logischerweise, wir sind ja in einer psychiatrischen Klinik) sein Päckchen zu tragen. Depressionen, Agoraphobie und Magersucht sind nur einige der Probleme, die in diesem Buch behandelt werden. Was mir dabei gut gefallen hat, ist, dass keinem ein Stempel aufgedrückt wird, nach dem Motto: “So, und hier haben wir jetzt mal die typische Magersüchtige.” Jeder hat seine eigene Persönlichkeit und man merkt, dass die Autorin auch zu jedem dieser Nebencharaktere eine besondere Beziehung hat.

Der Erzählstil hat mir generell gut gefallen. Katja Kulin erzählt zwischendurch sehr trocken und lustig, ab und an hatte ich allerdings das Gefühl, dass der Humor zu gewollt war und bestimmte Stellen auf Teufel komm raus lustig sein sollten.
Auch einige Dialoge haben mir nicht so gut gefallen, weil sie zu gestelzt wirkten. So redet einfach niemand.

In diesem Moment stoppt das Universum seine Expansion, kehrt sie um und zieht sich zusammen, bis nur noch der eine Raum übrig ist, in dem ich mich befinde. Allein. Und weiter, bis es mich von allen Seiten umschließt. Dann implodiere ich.
Seite 99 (laut E-Reader)
Ein wunderbares Buch mit tollen Charakteren, die sich sofort einen Weg ins Herz suchen. Unbedingt lesenswert!
Vielen Dank an den Ullstein-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

[Rezension] Cindy & Rella – Marie Menke

Jun
05

Autorin: Marie Menke
Titel: Cindy & Rella
Originaltitel: Cindy & Rella
Seitenanzahl: 263
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2016
Reihe: Einzelband
Verlag: Impress
Buch oder Netflix? Netflix

**Die Prinzessin und das Aschenputtel**
Ihr siebzehnter Geburtstag ist der Tag, an dem sich alles entscheiden wird – da sind sich Cindy und Rella einig. Sei es eine glitzernde Party, die Cindy zur Prinzessin des Berliner Nachtlebens krönt, oder ein auf Pergament geschriebener Brief, der Rellas Bestimmung offenbart: An diesem Tag rechnen sie beide fest damit, dass etwas geschehen wird, das ihr Leben für immer verändert. Womit sie jedoch nicht rechnen, ist, dass sie sich ausgerechnet an diesem Tag zum ersten Mal über den Weg laufen werden. Zwei Mädchen, die sich äußerlich bis aufs Haar gleichen und deren Schicksale von Geburt an miteinander verwoben sind. Verliebt in zwei Jungen, von denen nur einer ein Prinz sein kann…

Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, da ich Märchenadaptionen gerne lese, aber leider wurde ich auf ganzer Linie enttäuscht.
Der Schreibstil von Marie Menke hat mir sehr gut gefallen. Die Welten, die sie beschreibt, konnte ich mir gut vorstellen und hatte das Gefühl, mir sowohl Cindy als auch Rella darin vorstellen zu können. Die Kapitel sind abwechselnd aus der Sicht von Cindy und Rella geschrieben, einige sogar aus der Sicht von Beiden gleichzeitig, so dass es geholfen hat, die verschiedenen sozialen Welten kennen zulernen.
Und auch die Grundidee hat sehr viel Potential, denn die Autorin hat es geschafft, der altbekannten Geschichte von Aschenputtel ein neues Gewand zu geben und sie auf eine neue Art zu erzählen. Dabei blieben aber viele der Schlüsselszenen des Märchens erhalten, so dass man es zwischen immer wieder erkennen konnte.
Rella, die in der Geschichte eindeutig die Rolle des typischen Aschenputtels einnimmt, hat mir als Charakter gut gefallen, wobei ich mich schon ab und an darüber ärgerte, wie naiv sie war. Da war offensichtlich, was passiert und trotzdem kam sie überhaupt nicht dahinter. Ich hätte mir da gewünscht, dass Rella weniger gutgläubig ist und mutiger ist, ihr Leben in die Hand zu nehmen.
Cindy, die Prinzessin des Berliner Nachtlebens, hingegen fand ich furchtbar. Sie erinnerte an Paris Hilton und war so oberflächlich und ist dabei als Charakter so flach geblieben, dass ich jedes Mal froh war, wenn es gerade nicht um sie ging. Sie ist das Klischee eines reichen, verwöhnten Görs, mit dem eigentlich niemand etwas zu tun haben will. Ich kann nicht verstehen, wieso die Autorin Cindy so extrem unsympathisch gemacht hat.
Auch die Nebencharaktere waren mir nicht sonderlich sympathisch, was dazu führte, dass auch die Entwicklung der Geschichte zwischen Rella, Cindy, Joshua und Timothy mich nicht überzeugen konnte und bei mir absolut kein Herzklopfen oder Mitfiebern aufkam.
Was mich aber am meisten an diesem Buch gestört hat, waren die Logikfehler. Die haben mich wirklich extrem geärgert! Zwei der größten möchte ich hier kurz beschreiben und hier kann es sein, dass ich den einen oder anderen Spoiler einbaue, wobei ich versuche, es im Rahmen zu halten. Wer das Buch also noch nicht gelesen hat, sollte des Rest des Absatzes vielleicht besser überspringen.
1. Als Rella sich aufmacht, um die Party zu besuchen, schummelt sie sich als 11. dazwischen. Jeder der zur Party geht, bekommt ein Armband. Warum fällt nicht auf, dass offensichtlich ein Armband zu wenig da ist? Wo kommt plötzlich das 11. Armband her?
2. Rella erkennt sich selbst nicht, als sie Cindy gegenüber steht. Wie kann das bitte sein? Auf Seite 62 (laut meines E-Readers) steht aus der Sicht von Rella geschrieben:
“Auf der schimmernden Oberfläche der Tür sah mir mein eigenes Spiegelbild entgegen.”
Als sie dann aber auf Cindy trifft erkennt sie sich angeblich nicht und weiß noch nicht mal, was ein Spiegel ist? Wie kann so ein gravierender Logikfehler passieren?

Die Idee ist toll und auch der Schreibstil hat mir gefallen, aber durch unsympathische Charaktere und zu große Logikfehler konnte mich das Buch nicht überzeugen.
Vielen Dank an den Impress-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

[Rezension] Spark (Die Elite 1) – Vivien Summer

Jun
04

Autorin: Vivien Summer
Titel: Spark (Die Elite 1)
Originaltitel: Spark (Die Elite 1)
Seitenanzahl: 328
Erscheinungsdatum: 2. Februar 2017
Reihe: Band 1 von 4
Verlag: Impress
Buch oder Netflix? Buch!

**Willkommen in den obersten Rängen der Gesellschaft…**
Kurz vor ihrer Volljährigkeit stellt sich heraus, dass Malia zu den Glücklichen der Gesellschaft gehört – den Menschen, denen eine außerordentliche Gabe zuteilgeworden ist. Von einem Tag auf den anderen zählt sie zur High Society des Landes: der ELITE. Aber für die verschlossene, immerzu unsichtbar bleibende Malia geht damit ein Albtraum in Erfüllung. Nicht nur richten sich plötzlich sämtliche Augen der Nation auf sie, auch muss sie sich als Trägerin eines übernatürlichen Elements ausgerechnet von dem bislang unerreichbaren High Society Boy Christopher Collins ausbilden lassen. Dem Jungen, in den sie seit Jahren heimlich verliebt ist und in dessen Augen das gleiche Feuer lodert wie in ihren…

“Spark” ist eines der Bücher, von dem ich nicht wirklich viel erwartet habe und dann sehr positiv überrascht wurde, so dass ich das Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen habe und es kaum erwarten kann, auch den zweiten Teil zu lesen.
Das Buch spielt 600 Jahre in der Zukunft. Die Regierung von New America hat eingeführt, dass Kinder schon bei der Geburt ein Serum bekommen, in der Hoffnung, dass sich die Gene so weit verändern, dass sie eines der elemente beherrschen können und somit entweder Wasser-, Erd-, Wind- oder Feuersoldaten werden können. Die “Ehre” wird auch der 17-jährigen Malia zuteil, die sich darüber aber nicht freuen kann. So gibt sie doch der Regierung und dem Genprogramm Schuld an einer Tragödie, die in ihrer Familie passiert ist. Doch Gene sind Gene und so gibt es keinen Ausweg aus der Situation und Malia muss ihr Training beginnen. 
Malia ist mir während der Geschichte sehr ans Herz gewachsen. Gerade durch ihre Unsicherheit und Verzweiflung hat sie bei mir scheinbar einen Beschützerinstinkt ausgelöst. Aber wem von uns würde nicht auch so gehen. Da wünscht man sich, dass eine Sache nicht eintritt und genau das passiert dann. Für Malia gibt es keinen größeren Horror, als die Tatsache, dass die Gentherapie bei ihr gewirkt hat und sie somit zur High Society gehört und genau das trifft ein. Je mehr sie sich aber mit der Situation abfindet und akzeptiert, dass sie nichts ändern kann, desto mehr kommt sie aus ihrem Schneckenhaus. Wenn auch keine riesige, wirklich spürbare Veränderung an ihr stattfindet, so kommt es mir doch so vor, als ob sie auf dem besten Weg dorthin ist und ich bin wirklich gespannt, welche Entwicklung sie in den Folgebänden noch durchlaufen wird.
Chris hingegen ist ein Kotzbrocken wie er im Buche steht. Meine Güte, was ist der Kerl arrogant! Er ist ein Bad Boy durch und durch und doch hat Vivien Summer ihn so erschaffen, dass man sich einfach mit Malia zusammen in ihn verlieben muss. Denn da sind zwischendurch immer wieder kleine Momente, in denen man hinter seine Fassade sehen kann und merkt, dass da mehr ist, dass er hinter seiner Schutzmauer ganz anders ist. Und auch darauf freue ich mich schon in den Folgebänden. Wobei mich natürlich besonders interessiert, wie es zwischen den Beiden weitergehen wird, denn es knistert so extrem, dass da im wahrsten Sinne des Wortes die Funken sprühen!
Doch geht es hier nicht nur um die Liebesgeschichte zwischen Malia und Chris, sondern auch sehr um Kritik am System. Hierzu möchte ich jetzt gar nicht viel schreiben, weil ich schnell spoilern könnte, aber die Geschichte abseits von Malia und Chris ist mindestens genauso spannend und nervenaufreibend.
Ich finde die Grundidee des Buches großartig und finde es toll, wie die Autorin sie umgesetzt hat. Allerdings hätte ich mir gewünscht, dass ich mich mehr direkt in die Geschichte einfühlen kann, was leider nicht immer funktioniert hat. Wenn man bedenkt, dass die Geschichte 600 Jahre in der Zukunft spielt, so hätte ich mir mehr Beschreibungen gewünscht, wie diese Zukunft denn aussieht. Abgesehen von der Gentherapie gibt es da nämlich nicht viel, was erklärt wird. Alles, was ich weiß ist, dass es nur noch künstliche Blumen gibt und Fleisch nur an besonderen Tagen gegessen wird. Ansonsten gibt es Straßenbahnen, Autos, normale Schlüssel. Die Welt scheint noch fast genauso zu sein, wie heute, was ich nicht wirklich realistisch finde. Da hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin mehr Ideen einbringt, wie diese Zukunft aussehen könnte und hoffe, dass das in den weiteren Büchern noch passieren wird.

Hach, wie sehr freue ich mich, dass ich den zweiten Teil schon auf dem Reader habe und sofort weiterlesen kann! “Spark” hat mir sehr gut gefallen und ich kann es kaum erwarten, herauszufinden, wie es mit Malia und Chris weitergeht. Ganz klar volle Punktzahl und eine klare Leseempfehlung!
Vielen Dank an den Impress-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

[Rezension] Nachtblumen – Carina Bartsch

Mai
27

Autor: Carina Bartsch
Titel: Nachtblumen
Originaltitel: Nachtblumen
Seitenanzahl: 544
Erscheinungsdatum: 12. Mai 2017
Reihe: Einzelband
Verlag: Rowohlt (Das E-Book beim Schandtaten-Verlag)
Buch oder Netflix? Netflix

Auf jede Nacht folgt ein Tag
Das Leben könnte so einfach sein. Wäre es manchmal nicht so verdammt schwer. Jana schläft am liebsten unter dem Bett. Collin friert gerne. Jana wünscht sich vertraute Menschen um sich herum. Collin möchte mit anderen Leuten nichts zu tun haben. Auf Sylt begegnen sich die beiden in einem Wohnprojekt und leben für die nächsten zwei Jahre Zimmer an Zimmer. Da ist eine Mauer, die sie trennt. Und eine Tür, die sie verbindet.

Total hibbelig war ich, als ich erfuhr, wann Nachtblumen endlich erscheinen wird. Als es dann soweit war, habe ich extra gewartet es zu kaufen, bis ich genügend Zeit zum Lesen hatte. Bücher, die mich überzeugen, lese ich am Stück an einem Nachmittag. Letztendlich habe ich für dieses Buch 9 Tage gebraucht. Ich glaube, ich wollte noch nie ein Buch so mögen, wie dieses hier. Aber so viele Chancen ich Jana und Collin auch gab, mich in die Geschichte zu ziehen, es funktionierte nicht. Selten war ich am Ende eines Buches so frustriert.
Auch wenn mir anhand des Klappentextes schon klar war, dass das Buch einfach schon der Thematik wegen nicht so locker ironisch und lustig sein würde, wie die beiden vorherigen Bücher der Autorin (Kirschroter Sommer und Türkisgrüner Winter, die ich beide abgöttisch geliebt habe), so habe ich doch während des gesamten Buches das Besondere vermisst, das mir gerade so bei den beiden Vorgängern so gefallen hat. Gerade das, was mich eine Seite nach der nächsten umblättern lässt.
Der Anfang war noch gut. Mir gefiel, dass die Geschichte langsam beginnt, dass man alle Personen kennen lernt und auch erst nach und nach erfährt, was eigentlich mit Jana los ist und so auch besser versteht, warum sie ist, wie sie ist. Doch so langsam die Geschichte beginnt, so geht sie auch weiter. Ich habe ja nichts dagegen, wenn Dinge langsam beginnen und nicht alles holterdipolter passiert, aber ich hatte das Gefühl, dass die Geschichte teilweise nur vor sich hin plätschert.
Leider trifft das auch auf die Beziehung zwischen Jana und Collin zu. Jana war mir sympatisch, Collin überhaupt nicht. Was vielleicht auch daran lag, dass ich das Gefühl hatte, ihn überhaupt nicht kennen gelernt zu haben. Während der gesamten Geschichte habe ich in ihm nicht mehr als einen Nebencharakter gesehen. Von daher fand ich auch die langsam beginnende Liebesgeschichte zwischen den Beiden nicht überzeugend. Ich konnte nicht nachvollziehen, woher die Anziehung kommen soll. Wenn mich ein Buch gefangen nimmt, dann kann ich es kaum erwarten, bis sich endlich etwas zwischen den Protagonisten entwickelt, hier war es mir mehr oder weniger egal. Auch hatte ich wieder das Gefühl des Dahinplätscherns, denn viel passiert auch inhaltlich nicht zwischen ihnen. Sie treffen sich immer am gleichen Platz. Er malt, sie sitzt daneben, er redet nicht, sie beobachtet ihn. Zu viel wiederholt sich, ohne dass ich das Gefühl hatte, dass sie sich (abgesehen vom körperlichen) in irgendeiner Art näher kommen. 
Gut haben mir dagegen die Nebencharaktere gefallen, allen voran Dr. Flick, die mit ihrem Schokoladenwahn sehr sympatisch war. Carina Bartsch hat es geschafft, ihr eine großartige Persönlichkeit zu geben, die einfach nur Wärme ausstrahlt. Es ist vollkommen verständlich, warum Jana sich bei ihr mehr und mehr öffnet. Die Gespräche aus den Therapiestunden waren mein Highlight des Buches.
Auch die Völkners haben mir gut gefallen. Beide sind sehr liebevoll, dabei fördernd, aber nicht fordernd.

Großartig finde ich, dass die psychischen Probleme, gerade von Jana, nicht klischeehaft behandelt wurden. Es ist ja oft so in Büchern: Mädchen mit Problemen trifft Jungen, verliebt sich und plötzlich ist jegliches Problem wie weggeblasen. Hier hat man hat das Gefühl, dass Jana eine wirklich Person sein könnte und das ist Carina Bartsch wirklich großartig gelungen. Wie sie mit diesem schwierigen Thema umgeht und dabei die Gefühle und Gedanken von Jana beschreibt, ist beeindruckend. Und gerade hier hätte ich mir auch noch mehr zu Collin gewünscht. Eine Erklärung für sein Verhalten und woher seine Probleme kommen, kommt erst zum Ende und zwischendurch ist er als Charakter so abstrakt auf eine Art, dass ich ihn einfach nicht greifen konnte.

Ich wollte dieses Buch wirklich mögen, aber wir passen wohl einfach nicht zusammen. Einige Aspekte sind großartig, der Großteil aber konnte mich leider nicht überzeugen.
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

[Rezension] The Message – Tibor Rode

Apr
22

Autor: Tibor Rode
Titel: The Message
Originaltitel: The Message
Seitenanzahl: 209
Erscheinungsdatum: 17. Januar 2017
Reihe: Einzelband
Verlag: beTHRILLED
Buch oder Netflix? Buch!

Kathy findet in ihrem Posteingang eine Kettenmail. Eine Todesdrohung. Die Studentin hält die Nachricht für einen üblen Scherz und postet sie im Gruppen-Chat ihres Anthropologie-Seminars. Es ist ihr letztes Lebenszeichen. Am nächsten Morgen wird Kathys Leiche in einem Moor gefunden. Noch während ihre Freunde rätseln, wer sie ermordet haben könnte, hackt sich ein unbekannter User in den Gruppen-Chat der Studenten ein. Und plötzlich lautet die Frage: Wer stirbt als nächstes?
Du wurdest zur Gruppe „Charlie‘s Eight“ hinzugefügt … Besser, es wäre nie passiert! 

“The Message” ist definitiv ein spezielles Buch. Ich muss zugeben, dass ich Anfangs skeptisch war, was das stilistische Mittel angeht. So ganz habe ich nicht geglaubt, dass man nur mittels Chatnachrichten eine Geschichte erzählen kann, die spannend, lebendig und absolut unvorhersehbar ist. Wie ich mich doch getäuscht habe.
Gleich zu Beginn geht es mit einem Kettenbrief los. Kennen wir ja alle. Tu dies, sonst passiert das. Unglück, Pech und der Weltuntergang drohen, wenn man es wagen sollte, seine ahnungslosen Mitmenschen nicht mit extrem nervenden Kettenbriefen zu belästigen.
Doch dieser Kettenbrief, der als Mail daherkommt, ist anders. Geschrieben von einer Isrun, mit seltsamer, altertümlicher Wortwahl. Mysteriös und bedrohlich.
Gepostet wird diese Mail in einem Gruppenchat, den eine Studiengruppe von Anthropologie-Studenten ins Leben gerufen hat, um sich mit ihrem Professor über ihr aktuelles Projekt auszutauschen. Doch mit dieser Mail beginnt ein wahrer Alptraum, der erst nach und nach entschlüsselt wird.

Meine oben genannte Skepsis hat sich innerhalb der ersten paar Seiten bereits gelegt. Sofort fühlte ich mich mitten drin im Geschehen und hatte das Gefühl, eine stille Mitleserin im Chat zu sein. Die Dialoge, oder besser gesagt Nachrichten, sind so lebendig geschrieben, dass man auch glauben könnte, dass dieser Chat wirklich stattgefunden hat. Besonders hat mir gefallen, dass so ziemlich jeder eine geheime Agenda zu haben scheint. Fast jeder verhält sich zwischendurch verdächtig, so dass es mir unmöglich war, herauszufinden, wer in welcher Art in was verstrickt war, bis ich es letztendlich auf einem Silbertablett serviert bekommen habe. Trotz der Kürze des Romans hat der Autor es dabei geschafft, eigene Persönlichkeiten zu entwickeln und nicht einen Einheitsbrei von 8 Leuten zu erschaffen. Jeder tickt anders, hat andere Ansichten und bringt damit mehr Spannung in das Ganze.

Mit der Zeit spitzt sich die Situation immer mehr zu und ich fühlte schon die eine oder andere Gänsehaut über meine Arme kriechen. Besonders in Momenten, in denen ich komplett im Buch gefangen war, dann eine Aussage von einer Person lese, weiterlese und dann plötzlich inne halte und erstmal merke, was ich da gerade gelesen habe. Wenn da plötzlich jemand schreibt, der das eigentlich gar nicht können sollte und dann noch mit extrem beunruhigenden Nachrichten, dann werde ich auch schon mal zum kleinen Angsthasen und lasse das Licht beim Lesen an.
Tibor Rode hat es geschafft, dass ich mich beim Lesen ständig ein bisschen verfolgt fühlte und mein Handy das eine oder andere Mal skeptisch ansah, als es mir mitteilte, dass ich eine neue Nachricht hatte…

Ein spannendes Buch mit einer tollen, unvorhersehbaren Story und einer besonderen Art, die Geschichte zu erzählen.
Vielen Dank an den beTHRILLED-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

[Rezension] Ein Einhorn für alle Fälle – Caroline Brinkmann

Apr
22

Autor: Caroline Brinkmann
Titel: Ein Einhorn für alle Fälle
Originaltitel: Ein Einhorn für alle Fälle
Seitenanzahl: 200
Erscheinungsdatum: 6. März 2017
Reihe: Einzelband
Verlag: Forever
Buch oder Netflix? Buch!

Es ist aus. Aus und vorbei. Das teilt Freund Paul, jetzt Ex-Freund, Studentin Rabbit nach zwei Jahren Beziehung über Facebook mit. 48 Freunden gefällt das. Um diesen Schock zu verkraften und Paul eifersüchtig zu machen, zieht Rabbit in eine WG mit dem Computerexperten Dirk. Der neue Mitbewohner entpuppt sich jedoch als übergewichtiger Nerd, der echte Menschen ebenso sehr fürchtet wie Keime. Kurz gesagt, kein Mann, der Selfie-tauglich ist. Andere Pläne müssen her. Wozu gibt es Facebook, Twitter und YouTube? Es kann doch wirklich nicht so schwer sein, den Exfreund auf sich aufmerksam zu machen, oder? Zur Not kann man immer noch Katzenbilder posten. Die liebt nun wirklich jeder!

Ich hatte ja schon ein bisschen damit abgeschlossen, dass Bücher aus dem Forever-Verlag und ich noch mal Freunde werden. Bisher haben mich leider die meisten nicht so richtig überzeugen können, aber das hat sich nun gehörig geändert. Ich war schon hin und weg und mir 100% sicher, dass ich dieses Buch lieben würde, als ich den Warnhinweis zu Beginn und die ersten Seiten las.
Da geht es nämlich schon hochdramatisch los, als Rabbit’s Freund Paul über Facebook mit ihr Schluss macht, während er neben ihr sitzt und Farmville spielt. Was sich jetzt so lapidar anhört, wurde von Caroline Brinkmann so grandios und brillant lustig erzählt, dass ich das ganze Buch über ein Dauergrinsen auf dem Gesicht hatte.
Rabbit ist speziell. Das geht schon bei ihrem Namen los, der auf ihren Opa und eine Hasenfarm im Krieg zurück geht. Dauernd im imaginären Gespräch mit ihrem Ego und ihrer Vernunft, geht sie durchs Leben und lässt dabei keine peinliche Situation und kein Fettnäpfchen aus. Gezwungenermaßen muss sie nach der Trennung von Paul, nun auch in eine WG ziehen. Begleitet von Rex, dem bellenden Kater, der im falschen Körper geboren wurde und eigentlich ein Hund ist, landet sie bei Dirk. Einem leicht paranoiden Nerd, der mit Rabbit im Speziellen und Menschen im Allgemeinen so gar nichts anfangen kann. Und damit beginnt diese großartige skurrile Geschichte und besonders die Beziehung der Beiden erst so richtig und hat dafür gesorgt, dass ich den E-Reader nicht aus den Händen legen konnte.

Jedem Kapitel ist ein Auszug aus dem Survival-Guide “Überleben Online” vorangestellt. Einem angeblichen Ratgeber, der ironisch und sarkastisch das tägliche Online-Leben bei Facebook, Twitter, YouTube und Co. auf die Schippe nimmt. Besonders diese Auszüge waren einfach nur zum Brüllen komisch, gerade weil da auch immer ein kleines (oder auch großes) Fünkchen Wahrheit mitschwingt.
Überhaupt ist das Online-sein und Social Media ein großes Thema in diesem Buch. Wahrscheinlich findet jeder sich selbst oder wenigstens den einen oder anderen Freund in den Beschreibungen wieder. Und gerade dieser Bezug hat mir so gut gefallen, denn letztendlich leben wir ja alle heutzutage in der großen bunten Social Media-Welt.

Doch auch wenn das jetzt den Eindruck macht, so ist dieses Buch nicht nur lustig. Rabbit hat nämlich doch mit sich und der ganzen Situation zu kämpfen und wenn auch manchmal unterschwellig, so ist es der Autorin doch gelungen, an einigen Stellen trotz der ganzen Komik auch ein bisschen Tragik einzubringen und das hat mir besonders gut gefallen, denn gerade das sorgte dafür, dass ich Rabbit noch mehr als sowieso schon ins Herz geschlossen habe, denn letztendlich sind wir doch alle ein bisschen Rabbit.

Eine eindeutige Leseempfehlung und definitiv eines meiner Highlights in diesem Jahr! Besser könnt ihr 2,99€ nicht anlegen!
Vielen Dank an den Forever-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

[Rezension] Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen – Ulla Scheler

Nov
29

Autorin: Ulla Scheler
Titel: Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen
Originaltitel: Es ist gefährlich, bei Sturm zu schwimmen
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsdatum: 8. August 2016
Reihe: Einzelband
Verlag: Heyne fliegt
Buch oder Netflix? Buch!

Wie es sich anfühlte, ihn zu sehen? Als hätte ich einen Monat lang durch einen Strohhalm geatmet.
Ben ist seit Ewigkeiten Hannas bester Freund. Er ist anders. Wild, tollkühn, ein Graffiti-Künstler, ein Geschichtenerzähler. Und keiner versteht Hanna so wie er. Nach dem Abi packen die beiden Bens klappriges Auto voll und fahren zum Meer. An einen verwunschenen Strand, um den sich eine düstere Legende rankt. Sie erzählen sich Geschichten. Bauen Lagerfeuer. Kommen einander dort nahe wie nie zuvor. Und Hanna hofft, endlich hinter das Geheimnis zu kommen, das Ben oft so unberechenbar und verzweifelt werden lässt. Doch dann passiert etwas Schreckliches …

Ganz egal, was auch immer ich in dieser Rezension schreibe, es wird dem Buch nicht gerecht. Ich finde keine Worte, um zu beschreiben, auf wie vielen Ebenen und mit welcher Wucht mich dieser Roman berührt und mitgerissen hat. Einfach nur großartig, wunderbar und ganz ganz besonders! 
Es ist nicht allein die Geschichte, die so dermaßen mitreißend ist, was mich komplett umgehauen hat ist die Sprache. Problemlos hätte ich die ersten zwei Seiten komplett zitieren können. Fast jeder Satz ist es wert, eingerahmt an die Wand gehängt zu werden. Und dieses bleibt das ganze Buch durch so. Dinge werden beschrieben und Dialoge werden geführt und das mit einer sprachlichen Intensität, dass mir der Mund offen stand und die Gänsehaut es sich dauerhaft auf meinen Armen gemütlich machte. Ulla Scheler versteht es auf brillante Weise, Wörter zu jonglieren, mit Sprache zu spielen und Kopfkino auf höchstem Niveau zu erzeugen. Ich bin begeistert!
Ben und Hanna verbindet eine sehr tiefe und besondere Freundschaft. Mit jedem Dialog, den die Beiden führen und mit jedem Erlebnis, das sie haben merkt man, wie sie noch enger zusammenwachsen und noch wichtiger füreinander werden.
So bleibt es dann auch nicht aus, dass Ben Hanna zum Geburtstag keine ordinäre Karte schenkt, sondern ein Graffiti an der Schulwand. So ist Ben. War ich am Anfang noch über dieses doch eher ungewöhnliche Geschenk verwundert, so merkt man im Laufe der Geschichte, während ihrer Reise ans Meer, dass Ben selbst sehr besonders ist. Gesegnet mit einem großen Talent, Geschichten zu erzählen und sein Leben zu leben, so wie er es will und für richtig hält, wuchs er mir immer mehr und mehr ans Herz. Doch nicht nur mir wuchs er ans Herz, sondern auch Hanna immer mehr. Die Nähe, Anziehung und Chemie zwischen den Beiden ist fast greifbar. Selten habe ich so gehofft, dass zwei Protagonisten zusammen kommen, wie in diesem Buch.
Doch nicht nur Hanna und Ben haben es mir angetan, sondern auch die ganzen Nebencharaktere, die sie während ihrer Reise ans Meer treffen und die ebenfalls einfach nur wunderbar beschrieben sind.

Besonders gut hat mir auch gefallen, dass es neben der zwischenmenschlichen Ebene, den Konflikten, Ängsten und auch dem Humor durchaus auch mysteriöses in diesem Roman gibt. Zum Beispiel die Legende von Oceana, die sich Jungen und Männer ins Meer holt und die so erschreckend genau mit Bens Geschichte übereinstimmt.
Viele Fragen werden im Laufe des Buches aufgeworfen und einige werden erst am Ende aufgelöst, andere hingegen gar nicht, was mich sehr, sehr, sehr auf eine Fortsetzung dieses großartigen, poetischen und brillanten Romans hoffen lässt.

Alle haben gespürt, dass Ben anders war, und alle haben hingesehen, bis man Ben nicht mehr sehen konnte, weil er zwischen seinen Geschichten verschwand wie ein Lesezeichen.
Seite 9

Wie es sich anfühlte, ihn zu sehen? Als hätte ich einen Monat lang durch einen Strohhalm geatmet.
Seite 19

Worte. Was für Worte? Zwischen der Freude und der Wut und den ganzen Fragezeichen blieb nichts übrig.
Seite 28

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Die Gedanken schubsten sich gegenseitig von meiner Zunge.
Seite 34

Waren wir jetzt auch schon Leute, die Musik brauchten, um sich nicht zu unterhalten?
Seite 51

Tränen rannen seine Wangen hinunter, und ich wollte ihn auffangen, aber er war noch im Fallen, er fiel so schnell und in so vielen Teilen, dass ich ihn nur umarmen konnte, ohne ihn im Mindesten zu berühren.
Seite 148 

“Sind wir denn so kompliziert?”
“Bitte. Wir sind wie das Tausend-Teile-Puzzle mit tausendundeins Teilen.”
Seite 208

Ein großartiges, wunderbares, brillantes, poetisches mitreißendes Buch! Ich Euch nur sagen: Lest dieses Buch! I dare you!
Vielen Dank an den Heyne fliegt-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.

[Rezension] Hope & Despair 3 – Carina Mueller

Nov
29

Autorin: Carina Mueller
Titel: Hope & Despair, Band 3: Hoffnungsstunde
Originaltitel: Hope & Despair, Band 3: Hoffnungsstunde
Seitenanzahl: 345
Erscheinungsdatum: 3. November 2016
Reihe: Band 3 der “Hope and Despair” Trilogie
Verlag: Impress
Buch oder Netflix? Buch!

**Die Hoffnung stirbt immer zuletzt…**
Hass, Zwietracht und Verzweiflung sollten sie auf die Erde bringen, hierfür wurden die Improbas bis ins Mannesalter hinein geschult. Doch durch Hopes Einfluss zeigen die sechs Bad Boys nach und nach ganz andere Seiten. Nicht nur Despair spürt wieder einen Funken Hoffnung, auch Hate sieht in der Liebe keinen Feind mehr. Wie notwendig ihr wiederkehrender Sinn für Gerechtigkeit noch sein wird, zeigt sich, als plötzlich das Unmögliche passiert: Eine neue Bedrohung taucht auf, die alles bisher Dagewesene weit in den Schatten stellt. Despair wächst nahezu über sich hinaus, um Hope – die Liebe seines Lebens – zu schützen, ahnt aber genauso wenig wie seine Brüder, dass sich die größte Gefahr in seinen eigenen Reihen befindet…

Ein toller Abschluss der Trilogie, wenn auch mit ein paar Schwächen.
Wie schon im zweiten Teil, wird man auch hier direkt wieder mitten ins Geschehen geschmissen. Ich hatte den zweiten Teil zum Glück noch gut in Erinnerung, so dass ich auch schnell wieder in die Welt von Hope und Despair abtauchen konnte. Und eines kann ich sagen: Carina Mueller hat es geschafft, erneut eine Geschichte abzuliefern, die extrem spannend und ein wahrer Pageturner ist!
In diesem Teil hat mir besonders gut gefallen, dass so gut wie jeder irgendetwas zu verheimlichen scheint. Charaktere, die vorher “gut” waren, sind es plötzlich nicht mehr, andere hingegen zeigen positive Seiten von sich, die ich so überhaupt nicht erwartet hatte. Dieses Hin und Her und die gefühlten 127 falschen Fährten, auf denen ich war, bringen noch einmal eine ganze andere Dynamik und Spannung in das Buch. Besonders die Improbas entwickelt sich weiter und haben bei mir für die eine oder andere Überraschung gesorgt. Leider gab es allerdings auch eine negative Überraschung, denn Hope fand ich in diesem Teil noch unsympathischer und nervender als im zweiten Teil. Ich weiß auch nicht, ob das nur mir so geht, aber ich finde sie extrem unreif und einfältig. Natürlich verstehe ich, dass sie als Hoffnung auch ein Stück weit naiv an die Dinge herangeht, aber gerade durch die Tatsache, dass sie ja nun unter dem “Einfluss” von Despair steht, sollte man doch meinen, dass ihre Persönlichkeit ausgeglichener wird. Ist aber leider nicht so. Da hätte ich mir gewünscht, dass sie eine Entwicklung durchmacht.

Sehr gut hat mir gefallen, dass viele neue Charaktere dazugekommen sind, die alles noch mal gehörig aufgemischt haben (auch wenn ich zwischendurch mit den Namen sehr durcheinander gekommen bin.) Auch die Story hat sich großartig weiterentwickelt und es hat Spaß gemacht, herauszufinden, wer und was denn nun hinter allem steckt und wer eigentlich wirklich die Fäden in der Hand hat.

Leider hat mich die Liebesgeschichte zwischen Hope und Despair nicht überzeugen können. Sie hatten einfach zu wenig Szenen zusammen, in denen man die Funken sprühen spürte und dementsprechend fiel es mir schwer, nachzuvollziehen, wo die große Liebe denn eigentlich herkommt. Was das angeht, so hat mir der erste Teil am Besten gefallen, denn dort war die Anziehung zwischen den Beiden fast greifbar.

Trotz meiner Kritikpunkte hat mir der Abschluss der Trilogie sehr gut gefallen und lässt mich auf weitere Bücher der Autorin hoffen.
Vielen Dank an den Impress-Verlag für das Rezensionsexemplar!
Das Copyright des Covers und des Klappentextes liegt beim Verlag.